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GRN-Klinik: Onkologischer Schwerpunkt Schwetzingen vernetzt alle Disziplinen / Kurze Wege und intensivere Behandlung

25. Juli 2011
Bei Diagnose Krebs jetzt schnelle Hilfe möglich: „Krebskranke“, so betont Professor Dr. Daniel Rost, „sind schwerkranke Menschen, die nicht immer die Kraft haben, von einer Praxis zur nächsten zu gehen, um alle Untersuchungen zu durchlaufen.“ Der Chefarzt der Abteilung Innere Medizin II an der GRN-Klinik in Schwetzingen weiß, wovon er spricht, denn Tumorerkrankungen gehören zu seinem Fachgebiet. Ein guter Grund für ihn, gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Kay Goerke (Chefarzt der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe GRN-Klinik) und Dr. Christian Kuhn (niedergelassener Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie) den „Onkologischen Schwerpunkt Schwetzingen“ ins Leben zu rufen. In einem Pressegespräch stellten sie das neue Konstrukt zur medizinischen Hilfestellung vor. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller sich mit der Onkologie befassenden Experten in der Stadt und Umgebung – Onkologischer Schwerpunkt genannt – wird künftig die Behandlung Krebserkrankter verbessern und vereinfachen. Das Konzept sieht dabei vor, alle mit dem Thema Krebs betrauten Haus-, Fach- und Klinikärzte sowie Fachleute aus Pflege und Reha noch intensiver zu vernetzen. „Die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten hatten wir schon immer gesucht“, erklärte GRN-Geschäftsführer Rüdiger Burger, „doch die ambulante und stationäre Behandlung ist in Deutschland traditionell getrennt.“ Um dem entgegenzuwirken, habe man sich entschieden, mit dem Onkologischen Schwerpunkt zunächst für dieses Erkrankungsbild die Zusammenarbeit zu vertiefen. Dabei greift das Konzept auf das Angebot rund um die Klinik zurück, wo alleine 13 Facharztpraxen wie beispielsweise die radiologische Praxis oder auch die vor einem Monat eingeweihte Gemeinschaftspraxis von Dr. Kuhn und Dr. Ingrid Wellisch-Brecht (Diabetologie und hausärztliche Versorgung) angesiedelt sind. Rüdiger Burger spricht von „gebündelter Kompetenz.“. Durch die Vernetzung bietet sich den an einem Tumor erkrankten Menschen „eine noch bessere und wohnortnahe Perspektive“, betonen die Fachleute. „Man bedenke“, so Prof. Rost, „dass zwei Drittel aller Patienten mit einer Tumordiagnose älter als 65 Jahre sind. Rund 30 Prozent aller, die an Krebs versterben, sind sogar älter als 80 Jahre.“   Austausch mit Uni Heidelberg: Im Rahmen des Onkologischen Schwerpunktes kann nun künftig direkt und ohne Doppeluntersuchungen eine Therapie erarbeitet werden. Dazu dient auch die so genannte „Tumorkonferenz“, in der fachübergreifend Wissen ausgetauscht wird und Fälle besprochen werden können. Ein Austausch, der auch mit der Universität Heidelberg und dem dortigen Tumorzentrum gepflegt wird: Patienten und ihr Krankheitsverlauf sowie die geeignete Therapie werden im Rahmen von Gesprächen vorgestellt. „Diese Kombination aus Fortbildung, Wissensvermittlung, Gesprächen und kurzen Wegen bietet uns die Möglichkeit, jeden Patienten nach dem neuesten wissenschaftlichen Stand zu behandeln, denn die Wissenschaft ist heute enorm rasant in der Entwicklung neuer Therapien“, betont Dr. Goerke. Ähnlich wie das Brustzentrum, welches bereits seit einiger Zeit hier etabliert ist und den Austausch zwischen den Experten als positives Merkmal nennt, soll nun auch der Onkologische Schwerpunkt den Menschen in der Region Hilfe bieten – auf unkomplizierte Weise. Daher sei der Austausch unter den Ärzten die beste Chance für alle Patienten, eine auf modernstem Wissen basierende Behandlung zu erhalten. Der wöchentliche Austausch zwischen den Fachärzten umfasst auch eine regelmäßige Weiterbildung sowie Konferenzen. Daher wurde der Start des Zentrums mit einer Fachveranstaltung für Mediziner in der GRN-Klinik verbunden.

(Schwetzinger Zeitung, 23. Juli 2011 / rad)